Warum Wegovy und Co kein Freifahrtschein für ein extremes Kaloriendefizit sind
Ein mächtiges Werkzeug – aber kein Freibrief GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid (Wegovy, Ozempic) oder das duale GIP/GLP-1-Präparat Tirzepatid (Mounjaro, Zepbound) haben die Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes in den letzten Jahren spürbar verändert. Sie verzögern die Magenentleerung, wirken auf Sättigungszentren im Gehirn und dämpfen den Appetit oft so wirkungsvoll, dass viele Anwender:innen kaum noch Hunger verspüren. Genau darin liegt eine unterschätzte Gefahr: Wer über Wochen kaum noch Appetit hat, rutscht leicht – und oft unbemerkt – in ein sehr tiefes Kaloriendefizit von 1.000 Kilokalorien pro Tag oder mehr. Die Substanzen verändern das Essverhalten, nicht aber die physiologischen Grundgesetze der Energiebilanz. Ein Körper, der über einen langen Zeitraum deutlich mehr Energie einspart, als er kompensieren kann, reagiert mit Anpassungen, die dem eigentlichen Ziel – einem stabilen, gesunden Gewicht – zuwiderlaufen. Drei Aspekte verdienen dabei besondere Aufme...